Arthrose beim Hund

Winterbeschwerden: Wie kaltes Wetter bei Ihrem Hund für einen Arthrose-Schub sorgen kann (und was Sie dagegen tun können)

Lesezeit: 21 Minuten

Wenn die Luft kühler wird und sich die Jahreszeit ändert, bemerken Sie möglicherweise, dass Ihr Hund etwas steifer wirkt, wenn er aufsteht, oder weniger Lust auf sein übliches Gassigehen hat. Wenn Ihr Hund an Arthrose leidet, kann der Winter besonders herausfordernd sein, da er mehr Steifheit und Beschwerden auslösen kann, was für Sie und Ihren Hund frustrierend ist. Auch wenn Sie das Wetter nicht beeinflussen können, gibt es doch viel, was Sie tun können, damit sich Ihr Hund in den kälteren Monaten wohlfühlt und beweglich bleibt.

Kleiner Terrier rennt drinnen auf einem strukturierten Boden.

Warum wirkt sich kaltes Wetter auf die Arthrose Ihres Hundes aus?

Genau wie Menschen leiden auch Hunde mit Arthrose in den kälteren Monaten häufig unter einer verstärkten Steifheit der Gelenke und zunehmenden Beschwerden. Wenn die Temperaturen sinken, kann die Durchblutung der Gelenke abnehmen, wodurch sie sich steifer anfühlen und mehr schmerzen. Das feuchte Wetter kann sich auch auf den Luftdruck auswirken, was Gelenkschmerzen verstärken kann.

Darüber hinaus neigen Hunde (und ihre Besitzer*innen) in den Wintermonaten dazu, weniger aktiv zu sein, was bei arthrotischen Gelenken zu einer erhöhten Steifheit führen kann. Regelmäßige, sanfte Bewegung hilft dabei, die Gelenke beweglich zu halten, auch wenn das kältere Wetter dazu verleitet, weniger aktiv zu sein. Unsere Hunde spiegeln oft unsere Routinen wider, sodass ein sesshafterer Lebensstil für uns auch für sie vermehrte Steifheit und Beschwerden bedeuten kann.

In den Wintermonaten neigen Hunde (und ihre Besitzer*innen) dazu, weniger aktiv zu sein. Wenn Ihr normalerweise begeisterter Hund plötzlich zögert, Gassi zu gehen, insbesondere an kalten und feuchten Tagen, könnte dies auf verstärkte Gelenkbeschwerden hindeuten.

Die Anzeichen erkennen: wenn der Winter die Arthrose verschlimmert

Sie kennen Ihren Hund am besten und können daher am ehesten beobachten, wann ihm das kalte Wetter zu schaffen macht. Achten Sie in den Wintermonaten auf:

Erhöhte Morgensteifheit: Ihr Hund braucht möglicherweise länger, um nach dem Schlaf aufzustehen, und wirkt dabei besonders am Anfang sehr steif. Diese „Aufwärmphase“ kann an kalten Morgenden besonders auffällig sein.

Keine Lust, nach draußen zu gehen: Wenn Ihr normalerweise begeisterter Hund plötzlich zögert, Gassi zu gehen, insbesondere an kalten und feuchten Tagen, könnte dies auf verstärkte Gelenkbeschwerden hindeuten.

Veränderungen in der Bewegung: Langsameres Gehen, vorsichtigere Bewegungen auf Treppen oder Schwierigkeiten, auf Möbel zu springen, können darauf hindeuten, dass sich die Kälte auf seine Gelenke auswirkt.

Allgemeine Gereiztheit oder Zurückgezogenheit: Hunde, die sich unwohl fühlen, können weniger kontaktfreudig sein oder etwas verstimmt wirken – ähnlich wie Menschen, wenn sie sich nicht optimal fühlen.

Wenn sich diese Anzeichen verschlechtern oder Ihr Hund mehr Beschwerden als sonst zu haben scheint, sollten Sie einen Tierarzttermin vereinbaren. Ihr Tierarzt oder Ihre Tierärztin kann beurteilen, ob Anpassungen der Schmerzbehandlung Ihrem Hund helfen könnten, die Wintermonate besser zu überstehen.

Ein kleiner schwarzer Hund an der Leine wird im Freien von einer Person gestreichelt.

Eine wärmere, komfortablere Umgebung schaffen

Kleine Veränderungen in Ihrem Zuhause können viel dazu beitragen, dass sich Ihr Hund in den kälteren Monaten wohler fühlt.

Ein besseres Hundebett: Ihr Hund verdient einen warmen, unterstützenden Platz zum Ausruhen, besonders wenn die Temperaturen sinken. Testen Sie die Stützkraft eines Hundebettes, indem Sie es mit der Hand eindrücken – wenn es vollständig nachgibt, werden die Gelenke nicht ausreichend gestützt. Ziehen Sie in Betracht, zusätzliche Decken oder sogar ein beheiztes Hundebett für besonders kalte Nächte anzuschaffen.

Sichere Oberflächen: Kalte und rutschige Oberflächen können für Hunde mit steifen Gelenken eine Herausforderung sein. Rutschfeste Matten oder Teppiche an wichtigen Stellen wie in der Nähe seines Bettes oder seiner Futternäpfe können verhindern, dass er ausrutscht, und Ihrem Hund dabei helfen, sich sicherer zu bewegen.

Sanfte Aufwärmübungen: Ebenso wie sich Menschen vor dem Sport dehnen, kann auch Ihr Hund von einer sanften Aufwärmroutine profitieren. Ein paar Minuten sanfte Bewegung im Haus oder Garten, bevor Sie zu einem Spaziergang aufbrechen, können helfen, die Gelenke angenehmer in Bewegung zu bringen.


Die Bewegungsroutinen an den Winter anpassen 

Bewegung bleibt für Hunde mit Arthrose wichtig, aber im Winter braucht es einige durchdachte Anpassungen, damit sich Ihr Hund wohlfühlt und gleichzeitig beweglich bleibt.

Kürzere, häufigere Spaziergänge: Anstatt eines langen Spaziergangs, sollten Sie in Erwägung ziehen, die Bewegung in kleinere, überschaubare Einheiten zu unterteilen. So kann Ihr Hund aktiv bleiben, ohne seine steifen Gelenke zu überlasten, und Sie können beide zwischen den Spaziergängen wieder ins Warme zurückkehren.

Der richtige Zeitpunkt ist wichtig: Versuchen Sie nach Möglichkeit, während der wärmsten Zeit des Tages spazieren zu gehen. Die Nachmittagssonne kann selbst im Winter viel bewirken und dafür sorgen, dass sich Ihr Hund wohler fühlt.

Wahl des Untergrunds: Suchen Sie nach Möglichkeit weichere Untergründe auf. Gras- oder Feldwege sind in der Regel gelenkschonender als harte Gehwege. Vermeiden Sie eisige oder rutschige Oberflächen, um Stürze zu verhindern, die Gelenkprobleme verschlimmern könnten. Ihr Hund sollte sich bei jedem Schritt sicher und gestützt fühlen.

Alternativen im Haus: An besonders rauen Tagen können Aktivitäten im Haus wie sanftes Spielen, das Suchen von Leckerlis, Schnüffelspiele oder auch einfach nur das Herumlaufen im Haus dazu beitragen, die Gelenke Ihres Hundes beweglich zu halten, ohne dass er den Elementen trotzen muss.

Notieren Sie sich in diesem Winter, was gut funktioniert hat und was nicht. Haben bestimmte Schlafarrangements geholfen? Gab es bestimmte Tageszeiten, an denen sich Ihr Hund wohler zu fühlen schien?

Medikamente und Gewichtskontrolle im Winter

Gerade im Winter sollten Sie die Arthrose-Behandlung Ihres Hundes nicht vernachlässigen. Tatsächlich ist Ihre Aufmerksamkeit gerade in dieser Zeit besonders wichtig.

Halten Sie sich an die verschriebenen Medikamente: Wenn Ihr Hund bereits Medikamente gegen seine Arthrose einnimmt, ist es entscheidend, die Dosierung während der Wintermonate konsequent beizubehalten. Beständigkeit ist wichtig für eine wirksame Behandlung, und Änderungen sollten nur in Absprache mit Ihrem Tierarzt oder Ihrer Tierärztin vorgenommen werden. Wenn Ihr Hund derzeit keine Medikamente einnimmt, aber im Winter unter Steifheit zu leiden scheint, ist dies der ideale Zeitpunkt, um einen Tierarzttermin zu vereinbaren und Behandlungsmöglichkeiten zu besprechen, die Ihrem Hund helfen könnten, die kalten Monate besser zu überstehen.

Achten Sie auf die Gewichtszunahme im Winter: Wenn Ihr Hund im Winter weniger aktiv ist, kann dies leicht zu einer Gewichtszunahme führen, die seine ohnehin schon schmerzenden Gelenke zusätzlich belastet. Beobachten Sie den körperlichen Zustand Ihres Hundes und erwägen Sie, seine Futterrationen anzupassen und kalorienärmere Leckerlis zu wählen, wenn er sich weniger als gewöhnlich bewegt. Dabei geht es nicht um Einschränkungen, sondern darum, sein Wohlbefinden und seine Beweglichkeit zu schützen.

Regelmäßige Untersuchungen in der Praxis: Der Winter kann ein guter Zeitpunkt für einen Kontrolltermin sein, um zu beurteilen, wie Ihr Hund mit seiner Arthrose zurechtkommt und ob Anpassungen seines Behandlungsplans ihm in den kälteren Monaten helfen könnten.


Vorausschauende Vorbereitung für den nächsten Winter 

Notieren Sie sich in diesem Winter, was gut funktioniert hat und was nicht. Haben bestimmte Schlafarrangements geholfen? Gab es bestimmte Tageszeiten, an denen sich Ihr Hund wohler zu fühlen schien? Diese Informationen können Ihnen helfen, vorauszuplanen und die Situation mit Ihrem Tierarzt oder Ihrer Tierärztin zu besprechen.

Denken Sie daran, dass der Winter für Hunde mit Arthrose zwar eine Herausforderung sein kann, aber mit einer durchdachten Behandlung und einigen Anpassungen gibt es keinen Grund, warum Ihr Hund nicht auch in den kälteren Monaten weiterhin sein Leben genießen sollte. Kleine Veränderungen können einen großen Unterschied machen. Wenn Sie in diesen schwierigen Monaten besonders auf die Bedürfnisse Ihres Hundes achten, können Sie dazu beitragen, dass er sich so wohl wie möglich fühlt und möglichst beweglich bleibt.

Wenn Sie sich Sorgen darüber machen, wie sich das winterliche Wetter auf die Arthrose Ihres Hundes auswirkt, oder wenn Sie eine Verschlechterung der Anzeichen beobachten, machen Sie unseren Online-Test zu Arthrose und vereinbaren Sie einen Tierarzttermin. So können Sie sicherstellen, dass sich Ihr Hund den ganzen Winter über wohlfühlt und keine Schmerzen hat, egal wie das Wetter wird.

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