Kotuntersuchung – Warum sie für Ihr Tier und für Sie wichtig ist
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Die Gesundheit Ihres Haustieres liegt Ihnen am Herzen. Eine regelmäßige Kotuntersuchung ist eine unkomplizierte und wirksame Möglichkeit, sowohl Ihren Liebling als auch Ihre Familie zu schützen.
In einer Studie wurden die Kotproben von über 24.000 Hunden und 8.500 Katzen in Deutschland untersucht. Dabei zeigte sich: 30,4 % der Hunde und 22,8 % der Katzen waren mit mindestens einer Darmparasitenart infiziert. Besonders junge Tiere (bis 6 Monate) zeigten deutlich höhere Infektionsraten bei fast allen Parasitenarten. Beispielsweise waren in der Altersgruppe Welpen bis 3 Monate, 37,5% der Tiere mit Giardien und 12% mit Spulwürmern infiziert.1
Viele Parasiten, wie z.B. Würmer, Giardien und Kokzidien, leben oft lange unbemerkt im Körper Ihres Tieres. Symptome wie Durchfall, Erbrechen, Gewichtsverlust oder im schlimmsten Fall Blutarmut treten oft erst spät, nur vereinzelt oder sogar gar nicht auf. Deshalb sind routinemäßige Kotuntersuchungen die beste Vorsorge, um einen Parasitenbefall rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln – für die Gesundheit Ihres Vierbeiners und aller Mitglieder*innen Ihres Haushaltes.
Moderne Diagnostik – Sofort vor Ort
Dank moderner Analysegeräte wie dem Vetscan Imagyst können viele Tierarztpraxen den Kot mittlerweile direkt vor Ort untersuchen. Mithilfe künstlicher Intelligenz werden Parasiteneier innerhalb weniger Minuten erkannt, und Sie erhalten das Ergebnis direkt beim Termin. So lässt sich die passende Behandlung schnell und gezielt einleiten.
Schutz vor Zoonosen – Sicherheit für Mensch und Tier
Einige Darmparasiten sind nicht nur für unsere Haustiere gefährlich, sondern können auch auf den Menschen übertragen werden (Zoonosen). Hier gelten Kleinkinder, Schwangere, Ältere und immunsupprimierte Menschen als besonders gefährdet. Die Übertragung der Infektion erfolgt durch den Kontakt mit dem Kot von infizierten Tieren. Besonders im Blick hat man das Risiko, dass durch Parasiten wie Toxocara spp. (Spulwürmer) und Echinococcus multilocularis (Fuchsbandwurm) besteht.
Toxocara-Eier wurden in bis zu 40 % von Kinderspielplätzen in deutschen Großstädten gefunden.2
Deutschland zählt zu den europäischen Hochrisiko-Ländern für Fuchsbandwurm beim Menschen; Hunde und Katzen können als sogenannte Endwirte auch Menschen infizieren.2
Eine regelmäßige Kotuntersuchung dient daher nicht nur dem Wohl Ihres Tieres sondern ist auch ein wichtiger Beitrag zum Schutz Ihrer Familie.
Was kann untersucht werden?
Mit einer Kotuntersuchung lassen sich unter anderem folgende Parasiten nachweisen:
Rundwürmer/Spulwürmer
Hakenwürmer
Peitschenwürmer
Giardien
Kokzidien
Bandwürmer
Die hier genannten Parasiten können unabhängig von Jahreszeit und Wohnort auftreten. Auch eine Neu- oder Reinfektion nach Entwurmung ist möglich.
Warum ist eine Kotuntersuchung wichtig?
Parasitäre Infektionen können eine ständige Bedrohung für Ihr Haustier darstellen, daher sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und Tests unerlässlich.
Die meisten Hunde und Katzen gehören laut Risikoanalyse einer Studie in Deutschland zu den Hochrisikogruppen (A-D, abhängig von Kontakt zu anderen Tieren, Freigang, Fressen von Beutetieren/Kot etc.), definiert nach aktuellen Empfehlungen der ESCCAP (Vereinigung europäischer Veterinärparasitolog*innen)2 :
62,4 % der Hunde sollten laut Leitlinie monatlich entwurmt/untersucht werden (Gruppe D).2
Lei Katzen war knapp die Hälfte (47,2 %) in der Hochrisikogruppe D.2
Unabhängig davon, ob Ihr Haustier gesund erscheint oder krank ist, kann eine Kotuntersuchung dabei helfen, viele Arten von Parasiten zu erkennen, darunter:
Befallen: Hunde und Katzen jeden Alters (häufiger bei Welpen und Kitten)
Mögliche Symptome: Durchfall, Erbrechen
Zoonose: Infektion möglich
Befallen: Hunde und Katzen jeden Alters
Mögliche Symptome: Dunkler, teerähnlicher Kot, Blutarmut und Durchfall
Zoonose: Infektion möglich
Befallen: Hunde (selten Katzen)
Mögliche Symptome: Gewichtsverlust, Durchfall
Befallen: Hunde und Katzen jeden Alters
Mögliche Symptome: Durchfall (besonders bei Welpen und Kitten)
Zoonose: Obwohl es selten ist, ist eine Infektion möglich
Befallen: Hunde und Katzen (häufiger bei Welpen und Kitten)
Zoonose: Meist keine klinischen Anzeichen; es können jedoch Bandwurmsegmente im Kot oder um den After sichtbar sein
Tipp: So einfach geht’s!
Bringen Sie einfach eine frische Kotprobe, im Idealfall 3 Proben von drei aufeinanderfolgenden Tagen (Sammelkotprobe) Ihres Tieres zur nächsten Routineuntersuchung mit. Ihr Tierarzt / Ihre Tierärztin kann Sie individuell beraten und gemeinsam mit Ihnen die Gesundheit Ihres Lieblings optimal im Auge behalten.
Quellen:
1. Barutzki, D., & Schaper, R. (2011). Results of parasitological examinations of faecal samples from cats and dogs in Germany between 2003 and 2010. Parasitology research, 109(Suppl 1), 45-60.
2. Strube, C., Neubert, A., Springer, A., & von Samson-Himmelstjerna, G. (2019). Survey of German pet owners quantifying endoparasitic infection risk and implications for deworming recommendations. Parasites & vectors, 12(1), 203.
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