Arthrose beim Hund

Ein Durchbruch für Arthrose bei Hunden: Die Wirkung monoklonaler Antikörper

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Seit Jahren sind entzündungshemmende Medikamente die vorrangige Behandlungsmethode, um Arthrose-Schmerzen bei Hunden in den Griff zu bekommen. Entzündungshemmer in Tablettenform sind eine wirksame Behandlungsmethode, aber wenn es schwierig ist, Ihrem Hund täglich eine Tablette zu verabreichen, oder wenn er das Medikament nicht verträgt, kann es ausweglos erscheinen, seine Schmerzen zu lindern. Die Behandlung mit monoklonalen Antikörpern bietet einen innovativen Ansatz zur Behandlung von Arthrose bei Hunden. Monoklonale Antikörper wirken gezielt an der Schmerzquelle und können eine wirksame Linderung bieten. Sie verbessern die Lebensqualität von Haustieren, die auf andere Medikamente möglicherweise nicht gut ansprechen.

Ein lächelnder Spaniel an der Leine steht auf einer Wiese.

Arthrose in den Griff bekommen

Es kann sehr belastend sein, zu erfahren, dass Ihr geliebter Vierbeiner Arthrose hat. Eine solche Diagnose bedeutet, dass Sie in Zukunft die Schmerzen Ihres Haustieres lindern müssen. Diese Krankheit ist nicht heilbar, und ohne Behandlung kann sie schnell fortschreiten. Doch Arthrose kommt bei Hunden häufig vor und Sie sind mit dieser Diagnose nicht allein. Außerdem gibt es zahlreiche Behandlungsoptionen, die Ihrem Hund helfen können, langfristig ein schmerzfreies und angenehmes Leben zu führen.

Sie können die Arthrose durch eine Kombination aus Therapien erfolgreich in den Griff bekommen:

  • Schmerzlindernde Medikamente
  • Physikalische Therapien wie Physiotherapie, Hydrotherapie und Lasertherapie
  • Akupunktur
  • Für ein ideales Gewicht bei Ihrem Hund sorgen
  • Futter zur Unterstützung der Mobilität
  • Futterergänzungsmittel für die Gelenkgesundheit
  • Änderungen der Umgebung oder der Routine
Weißer Hund mit rotem Halsband im hohen Gras.

Medikamente sind wichtig, um Arthrose-bedingte Schmerzen in den Griff zu bekommen

Häufig fragen Besitzer*innen ihren Tierarzt oder ihre Tierärztin: „Kann ich nicht einfach warten und mit der Medikation beginnen, wenn es meinem Hund schlechter geht? Mein Hund möchte immer noch spazieren gehen, würde er das tun, wenn er Schmerzen hätte? Mein Hund ist schon älter, wird er nicht einfach nur langsamer?“

Ihrem Hund für den Rest seines Lebens Medikamente zu verabreichen, mag eine beunruhigende Vorstellung sein. Aber wenn die Behandlung seiner Beschwerden erfolgreich sein soll, ist eine frühzeitige Linderung der Gelenkschmerzen am wirksamsten. So kann ihr Hund lange aktiv bleiben.

Zu den Medikamentenoptionen gehören:

  • Monoklonale Antikörper
  • Nicht-steroidale Entzündungshemmer
  • Zusätzliche schmerzlindernde Medikamente

Alle diese Arthrose-Behandlungen für Hunde können Arthrose-bedingte Schmerzen erfolgreich in den Griff bekommen. Die kürzlich hinzugekommenen monoklonalen Antikörper sind jedoch ein echter Meilenstein. Sie verbessern die Zukunftsaussichten unzähliger Hunde und machen gleichzeitig die tägliche Einnahme von Medikamenten überflüssig.

Was monoklonale Antikörper so besonders macht

Monoklonale Antikörper werden seit Jahren zur Behandlung vieler verschiedener Erkrankungen beim Menschen eingesetzt, daher sind Sie möglicherweise bereits mit ihnen vertraut. Sie unterscheiden sich von anderen Medikamenten, da es Proteine sind, die natürlich und nicht chemisch hergestellt werden. Dies ändert, wie sie vom Körper abgebaut werden, was sie oft zu einer geeigneten Behandlung für Hunde mit anderen Gesundheitsproblemen macht. Tatsächlich zeigte eine kürzlich durchgeführte Studie (Innes et al., 2025), dass monoklonale Antikörper genauso wirksam sind wie herkömmlichere Medikamente, jedoch mit weniger Nebenwirkungen.

Wie funktioniert diese bahnbrechende Behandlung? Bei einer Arthrose werden bei der Entzündung eines Gelenks erhöhte Mengen des Nervenwachstumsfaktors produziert. Der Nervenwachstumsfaktor ist verantwortlich für die Aktivierung von Schmerzsensoren und spielt daher eine Schlüsselrolle bei der Verursachung von Gelenkschmerzen. Monoklonale Antikörper blockieren den Nervenwachstumsfaktor und verhindern damit die Aktivierung von Schmerzsensoren, wodurch die Schmerzpegel Ihres Hundes reduziert werden.

Natürlich sind nicht alle Hunde geeignete Kandidaten für diese Behandlung. Daher ist es sehr wichtig, mit Ihrem Tierarzt oder Ihrer Tierärztin zu besprechen, welcher Ansatz zur Behandlung der Erkrankung am besten geeignet ist.

Langjährige Arthrose-Behandlung 

Sie sind möglicherweise bereits mit der Gabe von nicht-steroidalen Entzündungshemmern an Ihren Hund vertraut, da sie häufig zur Behandlung aller Arten von Entzündungen eingesetzt werden, nicht nur bei Arthrose-Schmerzen. Dieses hochwirksame Schmerzmittel mit guter Entzündungskontrolle bei Hunden ist ein wesentlicher Bestandteil der Arthrose-Behandlung.

Es ist verständlich, wenn Sie besorgt sind, Ihrem Hund langfristig Entzündungshemmer zu geben, insbesondere wenn Ihnen Geschichten über deren Nebenwirkungen erzählt wurden. Tatsächlich können Anzeichen wie Erbrechen, Durchfall oder Veränderungen an Nieren und Leber auftreten, aber bei sorgfältiger Anwendung und regelmäßiger tierärztlicher Überwachung kann das Risiko dieser Nebenwirkungen minimiert werden, während die Vorteile für Sie und Ihren Hund lebensverändernd sein können.

So wenden Sie Entzündungshemmer sicher an:

  • Hören Sie auf, sie Ihrem Hund zu geben, wenn er aufhört zu fressen, sich erbricht oder Durchfall hat.
  • Geben Sie nur die tierärztlich verschriebene Dosis.
  • Verwenden Sie nur die Medikamente, die Ihrem Haustier verschrieben wurden. Geben Sie Ihrem Hund niemals für Menschen vorgesehene Entzündungshemmer, von denen viele für Hunde giftig sind.
  • Bringen Sie Ihren Hund regelmäßig zu tierärztlichen Blutuntersuchungen, um eventuelle Veränderungen an Nieren oder Leber frühzeitig zu erkennen.

In einigen Fällen kann es erforderlich sein, den Entzündungshemmer zu wechseln, insbesondere wenn Sie das Gefühl haben, dass die Schmerzen Ihres Hundes nicht ausreichend gelindert werden. Wenn die Behandlung Ihres Hundes erfolgreich ist, wird er seine Spaziergänge bald wieder genießen können.

Multimodale Behandlung von Arthrose

Wenn die Arthrose fortschreitet, ist es leider unwahrscheinlich, dass eine einzelne Behandlungsmethode ausreicht. In diesem Stadium kann Ihr Tierarzt oder Ihre Tierärztin empfehlen, die Schmerzen zusätzlich zu lindern, um die Lebensqualität Ihres Hundes zu verbessern.

Es gibt mehrere verschiedene Optionen zur Schmerzlinderung, aber welche Kombination für Ihren Hund am Besten geeignet ist hängt von seinen individuellen Bedürfnissen ab. So schwer es auch ist, zu akzeptieren, dass Ihr Hund Beschwerden hat, sollten Sie dennoch so früh wie möglich andere Möglichkeiten zur Schmerzlinderung in Betracht ziehen. So bleibt Ihr Hund mobil und Sie können die gemeinsame Zeit so lange wie möglich genießen.

Die Diagnose einer Arthrose kann sehr belastend sein, und da es keine Heilung gibt, fühlen Sie sich möglicherweise hilflos. Mit frühzeitiger Intervention ist es jedoch eine Erkrankung, die in der Regel über einen langen Zeitraum gut in den Griff bekommen werden kann. Mit monoklonalen Antikörpern als innovative und vielversprechende Behandlungsoption für Ihren Hund sieht die Zukunft deutlich besser aus, denn Ihr Tierarzt oder Ihre Tierärztin hat damit einen weiteren Wirkstoff, der Ihrem Hund helfen kann, ein aktives und angenehmes Leben zu führen.  

Weitere Literatur

Canine Arthritis Management [Internet]. Colchester: Canine Arthritis Management Ltd; 2025. Verfügbar unter: https://caninearthritis.co.uk/

Canine Arthritis Resources and Education [Internet]. Kirby Shaw, K.; Verfügbar unter: https://caninearthritis.org/

Innes, J. F., Lascelles, B. D. X., Bell, D., Tulloch, R., McVey, A., Northcott, C., Welbourn, M., Higgins, K., Horakova, V., Maddox, T.W.: (2025) „A randomised, parallel-group clinical trial comparing bedinvetmab to meloxicam for the management of canine osteoarthritis“, Frontiers in Veterinary Science, Volume 12 – 2025.

Wang, J., Zhou, X., Elazab, S. T., Huang, J., Hsu, W. H.: „Current Review of Monoclonal Antibody Therapeutics in Small Animal Medicine“. Animals. 7. Februar 2025; 15(4):472.
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