Arthrose bei Katzen

Chronische vs. akute Schmerzen bei Katzen

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Wird Ihre Katze in letzter Zeit langsamer? Vielleicht haben Sie bemerkt, dass sie nicht mehr so schnell die Treppe hinaufrennt wie früher. Vielleicht ist sie weniger begeistert, auf Ihren Schoß oder die Fensterbank zu springen. Der Gedanke, dass sie vielleicht Schmerzen davon abhalten, ist belastend. Als liebevolle Katzeneltern möchten Sie natürlich wissen, was Sie tun können, um diese Schmerzen zu lindern.  

Getigerte Katze schläft auf bunten gestreiften Socken.

Manchmal ist es leicht zu erkennen, dass Ihre Katze Schmerzen hat.

Sie könnte jaulen, fauchen und sich völlig anders verhalten. Es kann ein Schock sein, Ihre Katze plötzlich in Not zu sehen. Zum Glück kann Ihr Tierarzt oder Ihre Tierärztin in einer solchen Krise helfen. Schmerzen, die plötzlich auftreten, werden als „akute Schmerzen“ bezeichnet.

Aber Schmerzen können auch schleichend auftreten und sich im Verborgenen abspielen. Das sind „chronische Schmerzen“. Vielleicht haben Sie nicht bemerkt, dass Ihre Katze nicht einfach über den Gartenzaun klettert, sondern traurig davor steht.
Oder dass sie sich häufiger versteckt und mehr schläft. Wenn Schmerzen schleichend einsetzen, kann es schwieriger sein, sie zu bemerken.

Alle Katzeneltern möchten, dass sich ihre Lieblinge wohlfühlen und glücklich sind. Deshalb haben wir einige Tipps zusammengetragen, wie Sie die Anzeichen von akuten und chronischen Schmerzen erkennen und Ihrer Katze helfen können.

Der Unterschied zwischen akuten und chronischen Schmerzen

Akute Schmerzen sind eine Botschaft des Körpers, die laut und deutlich ist und sofortige Aufmerksamkeit braucht. Akute Schmerzen bringen uns dazu, unser Verhalten zu ändern, damit wir uns keine weiteren Schäden zufügen – das ist wichtig zu wissen. Wenn wir zum Beispiel unsere Hand auf eine heiße Herdplatte legen, sorgt das Gefühl von akuten Schmerzen dafür, dass wir die Hand sofort wegziehen und hoffentlich schlimmere Verbrennungen vermeiden. Bei einer Verletzung, wie einem gebrochenen Bein oder einer tiefen Schnittwunde, führen akute Schmerzen dazu, dass wir uns nicht mehr bewegen wollen, um die Situation nicht noch schlimmer zu machen.

Chronische Schmerzen treten eher schleichend auf und können über einen längeren Zeitraum anhalten. Sie können durch verschiedene medizinische Probleme wie Arthrose, Krebs oder einen schmerzenden Zahn verursacht werden. Wenn Schmerzen über Wochen, Monate oder sogar Jahre anhalten, verschlechtert sich unsere Lebensqualität und wir fühlen uns elend. Wir sind möglicherweise nicht mehr in der Lage, unseren normalen täglichen Aktivitäten nachzugehen. Lang anhaltende Schmerzen sind nicht gut für den Körper. Das Schlimmste ist, je länger die Schmerzen anhalten, desto schwieriger ist es, sie zu behandeln.

Schmerzen mögen manchmal ihren Sinn haben, aber wir müssen nicht lange unter Schmerzen leiden, um sie zu verstehen. Schmerzen sollten immer mit Schmerzmitteln behandelt werden, damit der Körper in Ruhe genesen kann. Bei Katzen trifft das genauso zu wie bei uns, aber sie können nicht sagen, wie sie sich fühlen.

Ein Mann streichelt eine Katze, während er ein Telefon auf einem Sofa hält.

Katzen und Schmerzen

Manche Katzenbesitzer*innen haben vielleicht den Eindruck, dass ihre Katze ziemlich unempfindlich gegen Schmerzen ist. Katzen stöhnen und jammern nicht und legen sich nicht ins Bett, wie wir Menschen, wenn es uns schlecht geht. Auch wenn sie nicht viel Aufsehen darum machen, leiden Katzen genauso darunter wie wir, wenn sie krank sind.

Katzen neigen dazu, ihre Schmerzen zu verbergen, weil sie sich nicht in Gruppen entwickelt haben, wie Menschen und Hunde. Katzen in freier Wildbahn, die ihre Schmerzen zeigen, laufen Gefahr, zu einem leichten Ziel für ein größeres Raubtier zu werden, das auf der Suche nach einer Mahlzeit ist. Wenn Sie wissen möchten, ob Ihre Katze Schmerzen hat, müssen Sie ihre subtilen Anzeichen erkennen können.

Da Sie Ihre Katze von ihrer besten Seite kennen, können Sie leicht bemerken, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Katzen zu beobachten macht Freude, und jetzt haben Sie einen wichtigen Grund, jeden ihrer Schritte zu verfolgen. Informationen darüber zu sammeln, was sie gerne tut und wie oft, hilft Ihnen, zu erkennen, wenn etwas nicht stimmt.

Die Körpersprache ist ebenfalls entscheidend. Wie genau haben Sie beobachtet, wie Ihre Katze ihren Schwanz, ihre Ohren oder Schnurrhaare bewegt? Schauen Sie genauer hin, und Sie werden vielleicht feststellen, dass Ihre Katze ohne Worte mehr sagt, als Sie dachten!

Anzeichen von akuten Schmerzen bei Katzen 

Wenn Ihre Katze plötzliche oder stechende Schmerzen hat, werden Sie wahrscheinlich eine dramatische Veränderung in ihrem Verhalten bemerken. Sie könnte:

  • aufschreien, fauchen oder knurren,
  • unruhig oder rastlos werden,
  • sich verstecken,
  • das Interesse an Dingen verlieren, die sie mag,
  • weniger Interesse an Futter oder Wasser zeigen,
  • ihre Körperhaltung ändern – zum Beispiel ein schmerzendes Glied vom Boden fernhalten oder den Körper anspannen,
  • ihren Gesichtsausdruck ändern – zum Beispiel die Augen zusammenkneifen, die Ohren anlegen und die Lippen zusammenpressen.

Diese Anzeichen sind so auffällig, dass Sie sie direkt bemerken können. Natürlich wollen Sie Ihrer Katze in diesem Fall sofort helfen. Verlieren Sie keine Zeit – wenn Sie diese Anzeichen beobachten, sollten Sie Ihre Katze zu Ihrem Tierarzt oder Ihrer Tierärztin bringen. In der Tierarztpraxis kann sie sofort ein verträgliches und wirksames Schmerzmittel erhalten, während die Ursache des Problems gefunden wird.

Es ist viel schwieriger, chronische Schmerzen bei Katzen zu erkennen. Katzen verbergen oder überspielen oft diese Art von Schmerzen. Wenn Sie Ihre Katze aufmerksam beobachten, können Sie trotzdem einige der Anzeichen bemerken.

Anzeichen von chronischen Schmerzen bei Katzen

Sie könnten beobachten, dass Ihre Katze:

  • sich versteckt oder mehr schläft als zuvor,
  • nicht so aktiv ist wie gewöhnlich, 
  • weniger frisst und trinkt, 
  • ein ungepflegteres Fell hat, entweder weil sie sich nicht mehr putzt oder zu viel leckt und kahle Stellen hat, 
  • ihr Katzenklo nicht mehr nutzt, weil es ihr schwerer fällt, 
  • länger braucht, um irgendwo hoch- oder runterzuspringen, oder gar nicht mehr springt, 
  • länger braucht, um die Treppe hinauf- oder hinunterzugehen oder sie ganz vermeidet, 
  • nicht mehr hochgehoben oder getragen werden will, 
  • eine andere Körperhaltung hat und zum Beispiel angespannt und gekrümmt aussieht, 
  • ihren Gesichtsausdruck ändert. 

Behandlung von Schmerzen bei Katzen

Akute Schmerzen lassen sich oft einfacher behandeln als chronische Schmerzen. Das Ziel bei akuten Schmerzen ist es, die Ursache der Schmerzen so schnell wie möglich zu beseitigen, bevor sie chronisch werden.

Einige gängige Behandlungen für akute Schmerzen bei Katzen sind:

  • Medikamente – denken Sie daran, dass Medikamente für Menschen für Katzen sehr gefährlich sein können. Ihr Tierarzt oder Ihre Tierärztin kann ein verträgliches und wirksames Schmerzmittel verschreiben.
  • Chirurgische Eingriffe – zum Beispiel das Richten eines gebrochenen Knochens oder das Nähen einer tiefen Schnittwunde.
  • Ein ruhiger, bequemer Ort zur Erholung.
  • Viel gutes Futter und Wasser, um ihren Körper bei der Heilung zu unterstützen.

Chronische Schmerzen bei Katzen zu behandeln kann schwieriger sein. Im Laufe der Zeit reagiert der Körper auf chronische Schmerzen mit einer „Fehlanpassung“. Das heißt, er reagiert zunehmend empfindlicher auf den Schmerz, anstatt sich an ihn zu gewöhnen. Die Wirkung von Schmerzmitteln wird dadurch erschwert. Möglicherweise ist mehr als eine Behandlung erforderlich, damit Ihre Katze sich endlich wieder wohlfühlt.

Einige gängige Behandlungen für chronische Schmerzen sind:

  • Medikamente – genau wie bei akuten Schmerzen. 
  • In einigen Fällen chirurgische Eingriffe. 
  • Ein spezielles Futtermittel, das bei chronischen Schmerzen, die durch Arthrose verursacht werden, helfen kann. 
  • Futterergänzungsmittel – wie Omega-3-Fettsäuren, die unterstützend gegen steife Gelenke wirken können. 
  • Veränderungen des Lebensraums Ihrer Katze – bringen Sie Rampen oder Stufen an, um Ihrer Katze den Zugang zu ihrem Lieblingsplatz zu erleichtern, oder stellen Sie ein Katzenklo mit niedrigeren Seitenwänden auf, damit sie leichter hinein- und hinauskommt.  
  • Rückzugsorte oder ein weicher Schlafplatz, wo sie ungestört ist. 

Katzen haben es gerne gemütlich. Es ist eine Freude, wenn sie sich entspannt an ihrem Lieblingsplatz zusammenrollen. Das entspannt auch uns und macht uns glücklich. Damit Ihre Katze sich zufrieden und geborgen fühlen kann, sollten Sie die Anzeichen von akuten oder chronischen Schmerzen so früh wie möglich erkennen und einen Termin in Ihrer Tierarztpraxis vereinbaren, wenn Sie etwas Ungewöhnliches bemerken.

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